12. Spieltag

16.11.2003

HSV - VfB Langenfeld 1:1 (1:0)

Blamable Vorstellung im Lokalderby

Wenn sich eine Gelegenheit zur Blamage bietet, so soll man sie auch am Schopfe fassen. So oder ähnlich mögen unsere Akteure im Lokalderby gegen den VfB Langenfeld gedacht haben und versäumten es wieder einmal, Nutzen aus den anderen Ergebnissen der Liga zu schlagen. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den Nachbarn dümpelt man weiter auf dem vierten Tabellenplatz.

Dabei fing es eigentlich gar nicht so schlecht an für unser Team. In der 5. Spielminute scheiterte Martin Fikus noch am Gästetorwart, doch Janusz Kostka bugsierte den Abpraller deutlich über die Linie. Für den Schiedsrichter jedoch offenbar nicht deutlich genug, denn er erkannte diesen einwandfreien Treffer nicht an. Kurz darauf tauchte erneut Martin Fikus vor dem VfB Tor auf und scheiterte freistehend am Gästetorwart (10.). In der Folgezeit erspielten sich beide Mannschaften einige Chancen, aber zählbares sprang sowohl hüben wie drüben nicht dabei heraus. In der 24. Minute ging unsere Elf dann schließlich doch in Führung. Nach einer Flanke von Thomas Breitmar köpfte Daniel Gerhardt das Leder unhaltbar über den VfB-Keeper zum 1:0 ins lange Eck. Nun wurde das Spiel offener, doch auf beiden Seiten wurde fahrlässig mit den Chancen umgegangen. Kurz vor der Pause hatte Martin Fikus noch zwei Möglichkeiten zum Ausbau der Führung. Zuerst scheiterte er mit einem strammen Weitschuß an der Latte (42.) und drei Minuten später am sehr gut aufgelegten Gästekeeper.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. In der 48. Spielminute sah der Gästestürmer Dirk Emgenbroich wegen Meckern die gelb-rote Karte. Unsere Spieler dachten wohl, daß diese Partie jetzt zum Selbstläufer wird, zumal Martin Fikus kurz danach erneut eine einhundertprozentige Möglichkeit versiebte. Wieder scheiterte er völlig freistehend am Schlußmann der Gäste. Dies war wohl auch die Schlüsselszene in dieser Partie. Trifft er, wäre der VfB wahrscheinlich eingegangen, so aber baute es die Gäste auf. Mit viel Kampf drängten sie trotz Unterzahl unsere Elf in die Defensive. Unverständlich, wie unsere Truppe einbrach und um ein Gegentor geradezu bettelte. Unsere Abwehr mußte Schwerstarbeit verrichten. Nach vorne lief nichts mehr. Fehlpässe am laufenden Band. Anders die Gäste, die sich immer bessere Chancen erarbeiteten und in der 78. Minute für ihren unermüdlichen Kampfgeist auch belohnt wurden. Ein satter Schuß von der Strafraumgrenze schlug im rechten unteren Eck ein (78. Minute). Dieses Unentschieden hatte am Ende Bestand, ein Unentschieden, daß sich die Gäste redlich verdient hatten.

Trainer Guido Röhrig nach der Partie: "Ich schäme mich für die Leistung meiner Elf im zweiten Durchgang."

So spielten sie: Horeis, Nawroth (Graß), Kreitz, Kühne, Beineke, Kostka, Hachen (Bastian), Breitmar, Fikus, Schultes, Gerhardt (Marquez)